FAQ zur DeviceLink-Technologie

 

Von Martin Werder, www.impressed.de

Wo liegen die Schwächen bei ICC-Profil basierten Farbtransformationen?
Für eine Umrechnung bereits "separierter" CMYK-Druckdaten ist ein rein ICC-Profil basierter Ansatz nicht optimal, weil dabei architekturbedingt einige Eigenschaften der CMYK-Originaldaten verloren gehen. Dies liegt darin begründet, dass eine Wandlung von CMYK (4-kanalig) nach CMYK (4-kanalig) per ICC-Profilen immer über den geräteunabhängigen Farb-raum Lab (3-kanalig) und damit zwangsweise zu einer kompletten Neuseparation der bereits separierten Daten führt - mit teilweise unvorhersehbaren und drucktechnisch unerwünschten Resultaten. Abhilfe schaffen hier Device-Link-Profile.

Hier ein Beispielbild. Der Webbrowser kann keine CMYK-Bilder anzeigen, laden Sie sich bitte hier die Originaldaten herunter, mit denen Sie das "Experiment" nachvollziehen können.

Original "Device_Test.jpg" in ISOcoated v2, alle Farbkanäle "sauber". Die Schwarze Box hat einen Gesamtfarbauftrag von 330%, der Text ist 100% K.



Konvertiert man dieses Bild nun in Photoshop vie Profilkonvertierung in ISOnewspaper.icc, Rendering-Priorität "relativ farbmetrisch", zeigt sich, dass bei der Konvertierung die Separationen stark verändert werden. Der schwarze Text taucht jetzt in allen Kanälen auf, der Gesamtfarbauftrag in der Box wurde auf 217% reduziert. (Beispielbild Device-Test_2.jpg). Ein Blick in die Kanäle zeigt zudem, dass der Farbaufbau der Verläufe stark verändert wurde.



Was sind DeviceLink-Profile?
Es handelt sich hierbei um eine spezielle Variante von ICC-Profilen, die eine Farbtransformation direkt von der Quelle zum Ziel in EINEM Profil abbildet. Jeder Farbe des Quellfarbraums wird also direkt in eine bestimmte Farbe des Zielfarbraums abgebildet. Dabei können Quell- und Zielfarbraum je nach Einsatzzweck eines DeviceLink-Profils unterschiedlich oder gleich sein. Anders als bei ICC-Profilen, die als Quell-und Zielprofile frei kombinierbar sind, berechnet man für eine spezifische Aufgabe ein spezielles DeviceLink-Profil. DeviceLink-Profile sind von der ICC (International Color Consortium) spezifiziert.

Welche Vorteile haben DeviceLink-Profile gegenüber Standard ICC-Profilen?
DeviceLink-Profile ergänzen den Einsatz von Standard ICC-Profilen, um für bestimmte Auf-gaben die Schwächen einer ICC-Profil basierten Farbkonvertierung gezielt zu umgehen. Diese liegen hauptsächlich bei der Transformation von CMYK zu CMYK und bei einer maßge-schneiderten Konvertierung bzw. Optimierung für ganz bestimmte Einsatzzwecke.

Insbesondere dort, wo komplette Druckdaten (z.B. als PDF) von CMYK nach CMYK gewandelt werden müssen, eignen sich DeviceLink-Profile, da hier eine gezielte Steuerung des Farbaufbaus möglich ist, um z.B. bestimmte Farben oder Farbkombinationen zu erhalten. Prominentestes Beispiel ist der Schwarzaufbau, der über die Wandlung mittels eines Device-Link-Profils erhalten werden kann. So können Sie sicher sein, dass ein rein Schwarz aufge-bauter Text oder ein technischer Ton auch nach der Wandlung nur aus reinem Schwarz besteht. Ebenso können unbunt aufgebaute Töne (CMK, MYK, CYK) erhalten bleiben oder Kombina-tionen aus Primär- bzw. Sekundärfarben.

Die Farbkanäle bleiben bei der Konvertierung durch Device-Link-Technologie wesentlich sauberer, Schwarz bleibt erhalten, der Gesamtfarbauftrag in der Box wurde auf 240% reduziert - ein optimales Konvertierungsergebnis!



Ein weiterer Vorteil von DeviceLink-Technologie besteht darin, dass Farbdaten nur dort verändert werden können, wo dies effektiv notwendig ist. Wenn keine Änderung notwendig ist, so wird die Separation auch nicht verändert - ein Punkt, der bei der ICC-Profil basierten Umwandlung schlicht unmöglich ist! Dieser Punkt ist bei einer Tonwertreduzierung (Beschränkung des maximalen Gesamtfarbauftrags) besonders wichtig!

Welches sind die typischen Einsatzzwecke von DeviceLink-Profilen?

1. Farbraumtransformation
Hier wird eine Farbtransformation aus einem bestimmten CMYK-Quellfarbraum in einen unterschiedlichen CMYK-Zielfarbraum vorgenommen. Dabei kann der Schwarzaufbau der Quelldaten in den Zieldaten beibehalten werden. Gerade für die Umsetzung von Verläufen, technischen Tönen oder Texten eignen sich solche DeviceLink-Profile hervorragend. In der Praxis werden hier oft Profile für die Konvertierung aus einem Standard-Druckfarbraum (wie z.B. ISOcoated bzw. ISOcoated_v2) in andere Druckstandards oder von einem ISO-Standard in einen Hausstandard genutzt.

2. Tonwertbegrenzung
Hier geht es um die Begrenzung der maximalen Tonwertsumme (Gesamtfarbauftrag). Basiert ein separationserhaltendes DeviceLink-Profil auf dem gleichen Quell- und Zielprofil, so kann man hierüber gezielt die über dem gewählten Maximum liegenden Farbwerte anpassen, ohne CMYK-Werte unterhalb dieser Grenze zu beeinflussen.

3. Druckfarbe einsparen
Hier geht es in erster Linie darum, Druckdaten so zu ändern, dass mit weniger Druckfarbe ein visuell und messtechnisch gleiches Druckergebnis erzielt wird. Mit entsprechenden DeviceLink-Profilen sind in der Praxis durchaus Einsparungen von 15-20% möglich. Idealerweise setzt man auch hier separationserhaltende DeviceLink-Technologien ein, bei dem Quelle und Ziel gleich sind.

Natürlich können DeviceLink-Profile vom Einsatzzweck her auch kombiniert werden (also z.B. Farbtransformation plus Tonwertreduzierung) oder für ganz gezielte Farbkorrekturen erstellt werden.

Wie kann man DeviceLink-Profile erzeugen?
Es gibt spezielle Software-Werkzeuge zum Erzeugen von DeviceLink-Profilen von unter-schiedlichen Herstellern. Impressed bietet hier mit CoLiPri und CoPrA aus dem Haus ColorLogic und LinkProfiler von Alwan qualitativ hochwertige Lösungen an, mit denen sich DeviceLink-Profile für die oben genannten Einsatzbereiche erstellen lassen.

Wie werden DeviceLink-Profile auf Druckdaten angewendet?
Sie benötigen dazu eine Software, die Druckdaten farblich umrechnen kann und DeviceLink-Profile unterstützt. Die meisten Lösungen verarbeiten komplette PDF-Dokumente. Impressed hat aber auch Lösungen im Angebot, die Bilddaten in unterschiedlichen Formaten oder auch EPS-Daten verarbeiten. Da ein DeviceLink-Profil bereits Quell- und Zielfarbraum sowie die Konvertierung selbst festlegt, ist das Resultat der Farbumrechnung in unterschiedlichen Software-Programmen in der Regel identisch! Die Intelligenz der Farbtransformation steckt also im DeviceLink-Profil selbst! Es gibt allerdings Unterschiede in der Art der Verarbeitung (manuell oder automatisch), der unterstützten Dokumentformate, der Einbindung in übergeordnete Workflows oder der unterstützten Plattformen und den zusätzlich angebotenen Funktionen (wie z.B. die Behandlung von Sonderfarben).

Wünschen Sie mehr Informationen zur Device-link-Technologie von Impressed wenden Sie sich bitte direkt an Impressed, www.impressed.de

Hier noch einmal die Demodaten zum Download.