Sonder-Newsletter zum Thema Open-Type-Fonts

- Die Vorteile des Open-Type-Formates

- PDF-Vorabversion des neuen Cleverprinting-InDesign-Schulungshandbuches

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Die Vorteile des Open-Type-Formates

von Günter Schuler

OpenType ist ein neues Schriftfontformat, welches die herkömmlichen Formate PostScript und TrueType langfristig wohl mehr und mehr in den Hintergrund drängen wird. Der große Vorteil von OpenType-Schriften besteht darin, dass sie sich zum einen systemübergreifend einsetzen lassen und zum anderen viel mehr Zeichen beinhalten können als herkömmliche Schriften.

Entwickelt wurde das neue Format bereits Mitte der Neunziger. Forciert von namhaften Computer- und Schriftenherstellern wie zum Beispiel Microsoft, Adobe und Apple, entstand ein Format, welches das unproduktive Nebeneinander von PostScript- und TrueType-Schriften beenden, systemübergreifend einsetzbar und zudem auf einem moderneren Zeichenstandard basieren sollte.

Die wesentlichen Innovationen des neuen Formats: Anders als die bis dato gängigen Schriften basierten OpenType-Schriften nicht auf 8 Bit, sondern einer Datenbreite von 16 Bit. Vorteil: Ermöglicht werden dadurch Schriften, die nicht mehr nur rund 200 Zeichen enthalten, sondern mehrere Tausend – theoretisch bis zu 65000.

Als weitere Innovation hinzu kam ein neuer Zeichenbelegungs-Standard namens Unicode. Das Anfang der Neunziger entwickelte Kennungssystem für Zeichen ermöglicht es langfristig, für jedes existierende Schrift- und Zeichensystem einen festgelegten Code-Sektor zu vergeben. Anders als die bis dahin gängigen ASCII-Varianten (mit ihren für Mac OS und Windows zum Teil unterschiedlichen Zeichenbelegungen) ist Unicode ein dynamisches, auf Ausbau ebenso sehr wie auf Einheitlichkeit ausgelegtes System.

Vorteile von OpenType-Fonts

In der Praxis warten OpenType-Schriften mit drei Vorteilen auf:

- Systemübergreifende Verwendbarkeit
Dieselben OpenType-Fonts lassen sich sowohl unter Mac OS als auch unter Windows einsetzen.

- Erweiterte Sprachunterstützung
Aufgrund der Unicode-Basierung können OpenType-Schriften mehrere Zeichensysteme gleichzeitig beinhalten. Praktisch forciert werden von den Schriftherstellern verstärkt OT-Schriften mit Zeichenunterstützung für mitteleuropäische Sprachen sowie Kyrillisch und Griechisch.

- Typografische Zusatzfunktionen
Ebenso wie Zeichen fremder Schriftsysteme können in OT-Schriften auch typografische Spezialzeichen enthalten sein. Im Vordergrund stehen hierbei vor allem Sets mit echten Kapitälchen (Small Caps), Mediaevalziffern und Bruchzahlen – Zeichengruppen, die bei herkömmlichen Schriften über spezielle Zusatz-Schriftschnitte gehandhabt werden müssen. In Programmen, die diese Zusatzfunktionen unterstützen (wie zum Beispiel InDesign, Illustrator oder auch QuarkXPress 7), können Sie typografische Spezial-Outfits, wie etwa Kapitälchen oder Mediaevalziffern, ähnlich einfach zuweisen wie einen Schriftstil.

„Standard“ und „Pro“

Seit einigen Jahren haben sich OpenType-Schriften auch im Produktionsalltag verstärkt etabliert. Aktivieren Sie in InDesign unter „Voreinstellungen“ > „Eingabe“ im Feld „Eingabeoptionen“ die Klickbox „Schriftvorschaugröße“ zeigen Ihnen die Schriftmenüs nicht nur eine Vorschau mit dem jeweiligen Outfit der Schrift, sondern auch das jeweilige Format an.

Seitens der Schrifthersteller existiert mittlerweile ein breites Sortiment an OpenType-Schriften. Neben der Unterspezifikation „OpenType Standard“ (zu erkennen an der Bezeichnung „Std“ im Schriftnamen (3) gibt es noch Fonts im Format OpenType Pro, zu erkennen an der Bezeichnung „Pro“ im Schriftnamen (4)). Der Unterschied: Während „Standard“-Schriften mitteleuropäische, kyrillische oder griechische Zeichen sowie typografische Zusatz-Sets enthalten können, aber nicht müssen, sind Unterstützung für mitteleuropäische Sprachen und typografische Zusatzfunktionen bei „Pro“-Fonts Pflicht.

Das Format OpenType Pro wird aktuell vor allem von InDesign-Hersteller Adobe forciert. Im Lieferumfang von InDesign bzw. der Creative Suite befindet sich ein umfangreiches Paket mit Schriften – darunter auch einige „Pro“-Fonts wie etwa -Myriad Pro, Adobe Garamond Pro und -Minion Pro (5). Aufgrund ihrer Ausstattung eignen sie sich allesamt recht gut, die Vorteile des OpenType-Formats in der Praxis auszuprobieren. Auch aktuelle Systemschriften wie beispielsweise die Lucida Grande (6) liegen in einer OpenType-ähnlichen, auf Unicode basierenden TrueType-Variante vor. Ausgestattet oft mit mehreren Tausend Zeichen, dienen sie vor allem dazu, Zeichen fremder Sprachen auf dem Computer anzuzeigen. Wenn Sie eine Open-Type-Schrift auswählen, können Sie in InDesign über den Menüpunkt "Schrift" die Glyphen-Palette aufrufen. Sie zeigt Ihnen an, welche Variationen der Open-Type-Font beinhaltet.


Schriften für Mac und PC

Zwar lassen sich auch herkömmliche Schriften durch die entsprechenden Font-Dateien für das jeweils andere Betriebssystem substituieren. OpenType-Fonts können dank Unicode jedoch auch die ein, zwei Dutzend kritische Zeichen sicher ausgeben, die in Win-ASCII und Mac-ASCII jeweils keine Entsprechung haben.

Der größte praktische Vorteil von OpenType-Schriften ist gegenwärtig die Möglichkeit, OpenType-Fonts sowohl unter Mac OS X als auch unter Windows einzusetzen. Unmittelbaren Vorteil bringt Ihnen die Verwendung von OpenType-Fonts vor allem dann, wenn Sie regelmäßig offene Daten an andere Dienstleister übergeben oder wenn in Ihrer Produktionsabteilung ein gemischtes Netzwerk steht aus Macs und PCs.

Neben der systemübergreifenden Verwendbarkeit ist die Möglichkeit, mit einer Schrift die Zeichen unterschiedlicher Sprachen abzudecken, einer der Hauptvorzüge von OpenType-Schriften.


Copyright 2008 by Günter Schuler/Cleverprinting. Nachdruck in jeglicher Form - auch auszugsweise - nur nach schriftlicher Genehmigung.

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Mehr Infos zum Thema Schriften unter OS X finden Sie auch in unserem Sonder-Newsletter vom Oktober 2007.

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