Sonder-Newsletter High-Dynamic-Range-Images

- HDR-Fotografien im Fokus: Hintergründe zu Trends und Technik

- PDF-Vorabversion des neuen Cleverprinting-InDesign-Schulungshandbuches

- Impressum / Abmeldung
- Druckversion


High-Dynamic-Range-Images

von Jürgen Held

Seit etwa zwei Jahren begegnet man immer häufiger Fotografien, die extrem kontrastreich sind, eine fast unnatürliche Schärfentiefe aufweisen oder gar schon surrealistisch wirken. In den meisten Fällen handelt es sich dabei um ein so genanntes High-Dynamic-Range-Image.



Klick aufs Bild öffnet hochauflösendes Bild in neuem Fenster

Betrachter, die diese HDR-Bilder zum ersten Mal sehen, sind nicht selten erstaunt und sofort drängt sich die Frage auf, »Wie funktioniert das?«.

HDR-Fotografien sind Bilder, die technisch eigentlich gar nicht möglich sind, geht man von der klassischen Fotografie aus. Da gibt es auf einmal Zeichnung in den Lichtern und den Tiefen, die zu einem Kontrastumfang führen, der für die normalen Sehgewohnheiten unnatürlich wirkt. Die Detailfülle ist so außergewöhnlich, dass manche Aufnahmen gar an ein Gemälde erinnern, wäre da nicht der fotorealistische Gesamteindruck. Kurz gesagt, mit dem Aufkommen der HDR-Fotografie ist die digitale Fotografie und Bildbearbeitung um ein beeindruckendes Betätigungsfeld reicher geworden. Aus der, von einigen Fachleuten gar als Modeerscheinung betitelten Technik, ist eine faszinierende Form der Bildgestaltung geworden, die mittlerweile ihren Weg in die Print und Onlinemedien gefunden hat.

Oftmals stellt sich ein spektakuläres Motiv, wie beispielsweise der Innenraum eines sonnendurchfluteten Kirchenschiffes, im Nachhinein, als wenig beeindruckend heraus. Was vor Ort noch als Top-Motiv erschien, entpuppt sich am heimischen Monitor als Enttäuschung. Das liegt daran, dass weder die Kamera noch der Monitor in der Lage sind, den Kontrastumfang des menschlichen Auges annähernd abzubilden. Ein sonniger Tag bringt es leicht auf Helligkeitsunterschiede von 1 000 000: 1. Das menschliche Auge hingegen kann, ohne Adaption, einen Kontrastumfang von etwa 10 000: 1 erfassen. Ein handelsüblicher Kamerasensor schafft es lediglich auf einen Kontrastumfang von 1 000: 1. Könnte beispielsweise die Kamera und der Monitor den vollen Kontrastumfang einer Sommerszene abbilden, müsste der Betrachter eine Sonnenbrille tragen. Oder anders gesagt, der Monitor wäre von einem Fenster nicht zu unterscheiden.

Der Trick: aus drei Bildern eines machen

Mit Hilfe der HDR-Fotografie und der HDR-Verarbeitung wird der Kontrastumfang einer Fotografie dem des menschlichen Auges künstlich angepasst. Dies geschieht, indem mehrere unterschiedlich belichtete Aufnahmen, zu einer Aufnahme verrechnet werden.



Normalerweise wird eine Aufnahme auf das Hauptmotiv belichtet. Entweder werden dabei die Lichter optimal abgebildet, wobei die Tiefenzeichnung im Schwarz verschwindet oder es wird auf die Tiefen fokussiert und die Lichter gehen dabei in einer weißen Fläche auf. Durch die Aufnahme mehrerer Belichtungen wird jedoch der gesamte Kontrastumfang aufgezeichnet, der dann mit Hilfe der HDR-Software, wie beispielsweise Photomatix Pro, zu einem Bild verrechnet wird. Dabei entsteht ein 32-Bit Bild, das eigentliche High Dynamic Range Image, welches im Rahmen des Tone Mappings wieder zu einem 16- oder 8-Bit Bild, dem Low Dynamic Range Image, umgewandelt wird.



Klick aufs Bild öffnet hochauflösendes Bild in neuem Fenster

• Die Ausstattung

Neben der Kamerasstattung und entsprechendem Zubehör, wie Stativ und Fernauslöser, wird auch eine spezielle Software zur HDR-Generierung benötigt. Als Marktführer genießt die Firma HDRsoft, mit dem Softwarepaket Photomatix, einen sehr guten Ruf. Daneben darf ein gutes Bildbearbeitungsprogramm, für die Vor- und Nachbearbeitung, nicht fehlen.

Dass professionelle Bildbearbeitungsprogramme, allen voran Adobe Photoshop, ressourcenhungrig sind, ist sicherlich keine Neuigkeit. Beim HDR-Imaging kommt noch hinzu, dass fast ausschließlich mit 16- und 32-Bit-Dateien gearbeitet wird. Auch die automatische Verarbeitung der Rohdaten im Batch-Modus verlangt dem Prozessor erhebliche Leistung ab. Neben einer hohen Prozessor- und Grafikleistung des Rechners ist die Speicherkapazität der Festplatte(n) fundamental wichtig.

Im Rahmen des HDR-Imaging entsteht eine große Menge an Ausgangsfotografien, generierten HDR-Aufnahmen und Tonemapped-Bildern. Von den Tonemapped-Bildern werden oftmals noch Kopien mit unterschiedlichen Einstellungen und Stimmungen gespeichert. Und bleibt es bei der 16-Bit-Datei, um bei möglichen Nachbearbeitungen keinen nennenswerten Qualitätsverlust zu erleiden, kann die Dateigröße einer einzigen Fotografie leicht auf 50 MB und mehr anwachsen.

Wenn Sie Panoramen erstellen wollen, sind die Anforderungen noch größer. Sofern die Tonemapped HDR-Aufnahmen in bestmöglicher Qualität vorliegen, kann das Panorama eine Größe von weit mehr als 1000 MB erreichen. Natürlich besteht die Möglichkeit, verkleinerte und komprimierte Kopien zu erstellen, bevor das Panorama weiter bearbeitet wird. Aber wer möchte schon nach den umfangreichen Vorarbeiten noch Kompromisse bezüglich der Qualität eingehen?

Über den Autor:

Der Fachbuchautor Jürgen Held ist als Medienpädagoge tätig, und seit 20 Jahren mit Begeisterung als Reisefotograf unterwegs. Er leitet Workshops und Schulungen zur digitalen Fotografie und Bildbearbeitung sowie Webdesign.

http://www.digitaletiefe.com

In seinem "Praxisbuch HDR-Fotografie" zeigt Ihnen Jürgen Held wie Sie mit Hilfe der HDR-Technik faszinierende Bilderwelten erschaffen. Von der Aufnahme bis zur Nachbearbeitung zeigt Ihnen das Buch, Schritt für Schritt, was alles möglich ist aber auch wo die Grenzen der HDR-Fotografie liegen. Ein Extra-Kapitel setzt sich mit der Panoramafotografie auseinander, die sich hervorragend mit der HDR-Technik verbinden lässt. Praxis-Workshops laden zum Ausprobieren ein und geben ausreichend Anregungen zur kreativen Umsetzung. Kostenloses Probekapitel in unserem Shop!

Noch mehr fantastische HDR-Aufnahmen:

Trip in die Hyperrealität: HDR-Special auf Spiegel.de mit faszinierenden Bildern
http://www.spiegel.de/netzwelt/tech/0,1518,458050,00.html

Surreal, morbid, brillant: HDR-Special auf Spiegel.de mit faszinierenden Bildern
http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,460727,00.html

Faszinierende Leserfotos: HDR-Special auf Spiegel.de http://www.spiegel.de/netzwelt/tech/0,1518,465396,00.html

Weitere Links zum Thema:

http://www.johnmilesphotography.com/jmgallery/HDR/
http://www.flickr.com/groups/hdr/pool/
http://www.hdrlabs.com/gallery/hotlarger.php
http://tutorialblog.org/hdr-tutorials-roundup/
http://www.hdrsoft.com/de/
http://www.hdr-photos.com/

• Mini-Glossar: Begriffe und Abkürzungen aus der HDR-Fotografie

HDR: Steht für High Dynamic Range und bezeichnet eine Methode, die aus unterschiedlich belichteten Aufnahmen eine 32-Bit Datei erstellt, die anschließend, im Rahmen des Tone Mapping Verfahrens zu einem 16- oder 8-Bit-Bild heruntergerechnet wird. HDR ist eine eigenständige Technik, die spezielle Software benötigt.

DRI: Steht für Dynamic Range Increase und bezeichnet eine Bearbeitungsmethode, die aus unterschiedlich belichteten Aufnahmen mittels Ebenen und Masken ein Bild mit einem erhöhten Kontrast erzeugt. Dabei werden keine 32-Bit-Dateien erzeugt. Häufig wird DRI auch als Überbegriff für sämtliche Verfahren und Techniken zur Erweiterung des Dynamikumfangs eingesetzt.

Exposure Blending: Steht ebenfalls für die Verarbeitung unterschiedlich belichteter Aufnahmen, mit dem Ziel, diese so zu verarbeiten, dass in den Tiefen Zeichnung vorhanden ist und gleichzeitig die Lichter nicht ausfressen. Die Methode kann automatisiert, mit Hilfe einer Software, durchgeführt werden oder bei voller Kontrolle, jedoch wesentlich zeitaufwendiger, mittels Ebenen und Masken.

LDRI: Das Low Dynamik Range Image ist das Ausgangsbild für die HDR-Verarbeitung. Meist werden zwischen drei und neun unterschiedlich belichtete 8-Bit Aufnahmen (LDRI) zu einem 32-Bit Bild verrechnet. Je nach abzudeckendem Kontrastumfang können dies auch erheblich mehr Bilder sein.

HDRI: Damit wird das eigentliche 32-Bit High Dynamik Range Image bezeichnet. Fälschlicherweise wird häufig auch das Tonemapped Image als HDRI bezeichnet, das eigentlich ein LDRI ist, da es durch das Tone Mapping Verfahren wieder zum 8- oder 16-Bit Bild verrechnet wurde.

Tone Mapping: Der 32 Bit umfassende Dynamikumfang des HDRI muss in einen für Standardgeräte darstellbaren Farbraum umgewandelt werden – also in eine Farbtiefe von 8 oder 16 Bit. Diese Technik wird Tone Mapping genannt. Je nach Verfahren und Art der Anwendung kann durch das Tone Mapping der typische HDR-Effekt verstärkt oder reduziert werden.

Pseudo-HDR: Als Alternative zur Belichtungsreihe bietet sich an, ein so genanntes Pseudo-HDR aus einem Bild zu generieren. Dazu sollte das digitalisierte Foto als RAW-Datei vorliegen. Mit Hilfe der RAW-Software werden Belichtungskorrekturen auf das Ausgangsbild angewendet und als Abzüge der RAW-Datei, im TIF- oder JPEG-Format gespeichert. Die so erstellte „unechte“ Belichtungsreihe wird anschließend, mit Hilfe der HDR-Software, zu einem HDRI generiert. Die Ergebnisse sind nicht so beeindruckend wie die HDR-Bilder aus mehreren Einzelbildern.


- Am 05. Mai erscheint das Cleverprinting InDesign-Schulungshandbuch

Für alle die es noch nicht wissen: am 05. Mai erscheint das Cleverprinting InDesign-Schulungshandbuch. Auf ca. 170 Seiten im A4-Format, durchgehend vierfarbig im Bogenoffset gedruckt, zeigt unser Autor, der anerkannte InDesign-Experte Günter Schuler, wie man mit InDesign CS3 professionell und clever arbeitet. Wie schon bei unserem PDF/X und Colormanagement-Ratgeber legen wir auch beim InDesign-Handbuch großen Wert darauf, dass die Inhalte verständlich und praxisnah vermittelt werden.

Das erste Kapitel des neuen Handbuchs steht bereits zum kostenlosen Download zur Verfügung. Erfahren Sie mehr über die Grundeinstellungen und Grundlagen der Seitengestaltung in Indesign CS3. Das PDF enthält auch das vollständige Inhaltsverzeichnis.



Um das komplette Kapitel herunterzuladen bitte hier klicken.

Bei interesse können Sie das Handbuch bereits in unseren Shop vorbestellen. Vorbestellungen werden ab dem 05. Mai PORTOFREI (nur in D) ausgeliefert!

Link zum Cleverprinting Online-Shop



Know-how-Tour 2008, 1. Hj

Lange Zeit konnten Werbeagenturen und Grafikdesigner das Thema Colormanagement und PDF/X von sich fernhalten: "Da soll sich mal schön die Druckerei drum kümmern" lautet bei vielen bis heute die Devise. Aber die Zeiten haben sich geändert. Ohne grundlegende Kenntnisse im Colormanagement geht mittlerweile nichts mehr.

Cleverprinting hat ein Schulungspaket speziell für Werbeagenturen und Grafikdesigner zusammengestellt. Die Themen Colormanagement, PDF/X sowie Grundlagen InDesign CS3 nehmen dabei jeweils einen Tag ein, so dass das gesamte Paket 3 Schulungstage umfasst. Aber selbstverständlich können auch einzelne Tage aus dem Paket gebucht werden. Wer allerdings das komplette Paket bucht, der spart 100,- Euro!

Schulungstermine für das 1. Halbjahr 2008

Unsere Schulungen finden in Braunschweig, Berlin, Hamburg, Düsseldorf, Köln, FFM, Stuttgart und München statt. Alle Schulungen bis Mai sind bereits ausgebucht. Ab Juni gibt es wieder freie Termine in:

Juni 2008: Braunschweig
- Braunschweig: 09.06 CMM, 10.06 PDF/X, 11.06 InDesign CS3

Juni 2008: Köln
- Köln: 23.06 CMM, 24.06 PDF/X, 25.06 InDesign CS3

Juli 2008: Berlin
- Berlin: 07.07 CMM, 08.07 PDF/X, 09.07 InDesign CS3

Juli 2008: Düsseldorf
- Düsseldorf: 21.07 CMM, 22.07 PDF/X, 23.07 InDesign CS3

Mehr zur Tour 2008 unter:

http://www.cleverprinting.de/knowhow2008.html


Cleverprinting-Banner - verlinken Sie uns!

Wer Cleverprinting mal "googelt" der stellt fest, dass weit über 1000 Webseiten auf Cleverprinting.de verlinken. Danke an dieser Stelle an alle, die auf diese Art zum Erfolg unseres Ratgebers beitragen! Viele Webmaster haben uns gebeten, doch mal ein Banner zur Verfügung zu stellen, damit die Verlinkung auch optisch gut rüberkommt. Nichts leichter als das, hier ist es:


Wer das Banner auf seiner eigenen Webseite verwenden will, der kann es hier als ZIP-Datei herunterladen. Vielen Dank im Voraus für die Unterstützung!



Bitte leiten Sie diese E-Mail auch an Freunde und Bekannte weiter, für die die Themen dieses Newsletters eventuell interessant sind. Aber achten Sie darauf, niemanden zu spammen! Vielen Dank!


Mit freundlichen Grüßen
Christian Piskulla
Cleverprinting PreMedia Solutions
Adolfstraße 42 . 38102 Braunschweig
Fon 0531 - 88 63 708 . Fax 0531-88 81 234
www.cleverprinting.de . piskulla@cleverprinting.de

Newsletter abbestellen? Unsubscribe? Bitte einfach hier klicken, Ihre E-Mail eintragen und auf "abbestellen" klicken.


Dieser Inhalte dieses Newsletters sind urheberrechtlich geschuetzt. Eine Weitergabe oder Weiterverwendung ohne schriftliche Genehmigung ist nicht statthaft und wird strafrechtlich verfolgt.

Disclaimer: Cleverprinting übernimmt keine Verantwortung für die Inhalte externer Links!